Geschichte der Rasse
Etwa 500 v.Chr. zogen die Hottentotten von Nord- nach Südafrika,
mit ihnen war der Hund mit dem seltsamen Haarstreifen auf dem Rücken.
Erste schriftliche Erwähnung fand man bereits 1480 in den Berichten
portugiesischer Afrikareisender, die diesen Hund als das einzige
Haustier der Ureinwohner beschrieben haben. Die Existenzgrundlage
der Hottentotten waren die grossen Rinderherden, die ständig
durch die Grosskatzen Löwe und Leopard bedroht wurden.
Von diesen Hunden, die damals nicht grösser als
50 cm waren, wurden die Raubkatzen aufgespürt und
zu Stande gehetzt, so dass die Stammesjäger ihnen
mit ihren primitiven Waffen den Todesstoss versetzen
konnten.
Mitte des 17.Jahrhunderts kamen die ersten weissen
Siedler, Holländer, an das Cap of Good Hope. Sie
berichteten von dem Hund der Eingeborenen mit dem Rückenkamm
und deren Mut vor Raubtieren.
1875 brachte der Missionar Charles Helm zwei Ridgehunde
aus Schwellendam am Kap von Südrhodesien, wo der
Grosswildjäger Cornelius von Rooyen aufmerksam
auf sie wurde.
Er lieh sich für die Jagd und die Zucht einige
dieser Hunde aus. So wurde aus dem afrikanischen Hund
der 60 bis 70 cm grosse Rhodesian Ridgeback, der endlich
1922, nach Aufstellung des Standards von Kennel Union
South Africa (KUSA) Anerkennung fand und seit 1996 auch
im Weltverband FCI als Mitglied aufgenommen wurde.
Der Rhodesian Ridgeback ist ein spätreifender
Hund und erst im Alter von zwei bis drei Jahren körperlich
und seelisch voll entwickelt, dafür aber sehr lange
lernfähig.
Bei der Erziehung vom Welpenalter beginnend, ist Einfühlungsvermögen
und viele Liebe oberstes Gesetz. Man muss bereit sein,
diesen Hund als Partner zu akzeptieren, dann wird man
erstaunt sein, zu welchen Fähigkeiten dieser Hund
in der Lage ist.
Er scheint über einen sechsten Sinn für Gefahr
zu verfügen. Er ist niemals mannscharf! Der Rhodesian
Ridgeback bringt höchste Leistung aus Liebe zu
seinem Herrn.
FCI - Standard Nr. 146 / 07. 08. 1998 / D
ÜBERSETZUNG : Jochen H. Eberhardt.
URSPRUNG : Südliches Afrika. Standard
erstellt von der Kennel Union des
Südlichen Afrika und dem
Simbabwe Kennel Club.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL-
STANDARDES :
10. 12. 1996
VERWENDUNG: Der Rhodesian Ridgeback wird
noch immer zur Jagd von Wild
in vielen Teilen der Welt verwendet, aber wird besonders
geschätzt als Wach-
hund und Familienmitglied.
KLASSIFIKATION FCI:
Gruppe 6 Laufhunde,
Schweisshunde und verwandte Rassen.
Sektion 3 Verwandte Rassen.
Ohne Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS :
Der Rhodesian Ridgeback ist gegenwärtig die einzige
anerkannte Rasse, die dem südlichen Afrika entstammt.
Seine Ahnen können zurückverfolgt werden zur
Kapkolonie, wo sie sich sowohl mit den Hunden der frühen
Pioniere vermischten als auch mit den halbdomestizierten
Hottentottenhunden, die einen Rückenkamm hatten.
Meist in Gruppen von zwei oder drei Hunden jagend, war
die ursprüngliche Aufgabe des Rhodesian Ridgeback,
Grosswild, hauptsächlich Löwen, aufzuspüren
und mit gro?er Behendigkeit am Stand zu halten, bis
der Jäger herangekommen war. Der Originalstandard,
von F.R.Barnes 1922 in Bulawayo, Rhodesien, aufgestellt,
gründete auf dem Dalmatiner-Standard und wurde
von der Kennel Union des Südlichen Afrika 1926
anerkannt.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Der
Rhodesian Ridgeback sollte einen ausgewogen gebauten,
starken, muskulösen, wendigen und aktiven Hund
darstellen, symmetrisch im Profil und bei mittlerer
Geschwindigkeit äusserst ausdauernd. Das Hauptaugenmerk
ist auf Beweglichkeit, Eleganz und funktionale Gesundheit
ohne irgendwelche Tendenzen zu einer massiven Erscheinung
zu legen. Die Besonderheit der Rasse ist der Rückenkamm
(« ridge »), der dadurch entsteht, dass
die Haare in Gegenrichtung zu der am übrigen Körper
wachsen. Der Rückenkamm ist das Wappenzeichen der
Rasse. Der Rückenkamm muss klar abgegrenzt sein,
symmetrisch und zu den Hüft- höckern hin schmaler
werden. Er muss unmittelbar hinter den Schultern beginnen
und bis zu den Hüfthöckern reichen Der Rückenkamm
darf nur zwei Wirbel (« crowns ») aufweisen,
die dieselbe Form haben und einander gegenüberliegen.
Die Unterkanten der Wirbel dürfen nicht über
das obere Drittel des Rückenkamms hinausgehen.
Ein guter Durchschnittswert für die Breite des
Rückenkamms ist 5 cm (2 ’’).
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) :
Würdevoll, intelligent, Fremden gegenüber
zurückhaltend, aber ohne Anzeichen von Aggressivität
oder Scheu.
KOPF
OBERKOPF :
Schädel : Sollte von mittlerer Länge sein
(Breite zwischen den Behängen, Entfernungen vom
Hinterhauptstachel bis zum Stirnabsatz, vom Stirnabsatz
zur Nasenspitze sollten gleich sein), flach und breit
zwischen den Behängen; in entspannter Haltung keine
Faltenbildung am Kopf.
Stop : Der Stirnabsatz sollte recht gut markiert sein
: Das Profil darf nicht in einer Geraden vom Hinterhauptstachel
zur Nasenspitze verlaufen.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm : Die Nase sollte schwarz oder braun sein.
Eine schwarze Nase sollte mit dunklen Augen, eine braune
Nase mit bern- steinfarbenen Augen einhergehen.
Fang : Der Fang sollte lang, tief und kräftig sein.
Lefzen : Die Lefzen sollten straff sein und an den Kiefern
anliegen.
Kiefer / Zähne : Starke Kiefer, mit einem perfekt
schliessenden und vollständigen Scherengebiss.
Das heisst, dass die oberen Schneidezähne die unteren
Schneidezähne dicht übergreifen und senkrecht
im Kiefer stehen. Die Zähne müssen gut entwickelt
sein, besonders die Eck- oder Fangzähne.
Backen : Keine Backen.
Augen : Sollten mässig weit voneinander eingesetzt
sein, rund, klar und funkelnd, mit intelligentem Ausdruck.
Ihre Farbe soll mit der Fellfarbe harmonieren.
Behang : Sollte ziemlich hoch angesetzt sein, von mittlerer
Grösse, recht breit am Ansatz und sich zu einer
abgerundeten Spitze verjüngen. Er sollte am Kopf
anliegend getragen werden.
HALS : Sollte ziemlich lang sein,
kräftig und ohne lose Kehlhaut.
KÖRPER :
Rücken : Kraftvoll.
Lenden : Stark, muskulös und leicht
gewölbt.
Brust : Sollte nicht zu breit sein,
aber sehr tief und geräumig; der tiefste Punkt
des Brustbeins sollte in Höhe des Ellenbogenpunktes
liegen.
Vorbrust : Sollte, von der Seite gesehen,
sichtbar sein.
Rippen : Mäßig gewölbt,
niemals tonnenförmig.
RUTE : Am Ansatz kräftig, zur
Rutenspitze hin allmählich dünner werdend,
nicht grob. Von mässiger Länge, weder zu hoch
noch zu tief angesetzt, leicht gebogen getragen, aber
niemals geringelt.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND : Die Vorderläufe
sollten vollständig gerade sein, stark und mit
kräftigen Laufknochen, die Ellenbogen am Rumpf
anliegen. Von der Seite gesehen sollte der Vorderlauf
breiter sein als von vorn gesehen. Starke Vorderfusswurzelgelenke,
Vorderfuss leicht geneigt gestellt.
Schultern : Die Schultern sollten sich, schrägliegend,
klar abzeichnen und, muskulös, grosse Geschwindigkeit
erahnen lassen.
HINTERHAND : Die Bemuskelung der Hinterhand
sollte schlank sein, die Knie gut gewinkelt, der Hintermittelfuss
kurz.
PFOTEN : Rund, mit eng aneinanderliegenden
und gut gewölbten Zehen.
GANGWERK : Mit gutem Raumgriff, frei
und rege.
HAARKLEID
HAAR : Sollte kurz und dicht sein,
glatt und glänzend im Aussehen, aber weder wollig
noch seidig.
FARBE : Hell weizenfarben bis rot
weizenfarben. Ein wenig Weiss an der Brust und den Zehen
ist statthaft, ausgedehnte weisse Behaarung hier, am
Bauch oder oberhalb der Zehen ist unerwünscht.
Ein dunkler Fang und dunkle Behänge sind statthaft.
Zu viele schwarze Haare im ganzen Fell sind äusserst
unerwünscht.
GRÖSSE UND GEWICHT :
Die erwünschten Widerristhöhen sind :
Rüden : 63 cm (25’’) bis 69
cm (27’’).
Hündinnen : 61 cm (24’’) bis
66 cm (26’’).
Gewicht :
Rüden : 36,5 kg (80 lbs).
Hündinnen : 32 kg (70 lbs).
FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten
Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung
in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen
sollte.
Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder
Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert
werden.
N.B. : Rüden müssen zwei
offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die
sich vollständig im Hodensack befinden.
|